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Forschungsinstitut für Musiktheater

Schloss Thurnau

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Bewegungen zwischen Hören und Sehen: Musik, Tanz, Theater, Performance und Film

unter Mitarbeit von: Dr. Stefanie Schrödter, Dr. Camilla Bork/Berlin, Dr. David Roesner/Exeter
und Prof. Dr. Anno Mungen

Beginn: Donnerstag, 19.11.2009, 14 Uhr Ende: Samstag, 21.11.2009, 15.30 Uhr


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Alle Interessenten sind herzlich eingeladen! Keine Anmeldung erforderlich – keine Teilnahmegebühren.

Von der Überlegung ausgehend, dass im Musik- und Tanztheater, in Schauspielinszenierungen, Performances und im Film akustische und optische Bewegungen miteinander dialogisieren und konkurrieren, soll diesen Bewegungen in ihrer sicht- und hörbaren Gestaltung ebenso nachgegangen werden wie den ihnen zugrunde liegenden emotionalen und imaginären Bewegungen. Hierdurch werden Bewegungsdimensionen – auch jenseits eindeutiger Formate, Genre- und Gattungszuweisungen – exemplarisch aufgefächert und in ihrer wahrnehmungsästhetischen Dimension thematisiert.

Von besonderem Interesse sind dabei die spannungsreichen Interaktionen zwischen den Künsten und ihren Medien: Inwiefern ändert sich die Wirkung von Musik, wenn sie als hörbare Bewegung in einen Dialog mit sichtbaren Bewegungen – von einfachen Alltagsbewegungen, über künstlerisch geformte Gesten oder 'technisierte' Tanzbewegungen, bis hin zu choreographierten Licht- und Kameraführungen oder Projektionen – tritt? Welche Möglichkeiten bieten sich an, um die Künste in ihrer Interaktion nicht nur gegenseitig zu verstärken, sondern auch produktiv aneinander zu reiben, um ihre Wirkung zu intensivieren? Welche Konsequenzen ergeben sich hieraus für die Musikperzeption? Was geschieht, wenn gerade das Zusammenspiel von Hören und Sehen eine spezifische Bedeutung vermittelt – wobei ein mit visuellen Eindrücken gekoppeltes synästhetisches, mit Körperbewegungen verbundenes kinästhetisches oder auch ein imaginäres Hören, das die eigene (visuell-kinetische) Vorstellungswelt anregt, (heraus-)gefordert wird?

Vor diesem Hintergrund eröffnet sich eine Methodendiskussion, die nicht nur den Verkörperungen von Musik durch Interpreten (Musiker, Tänzer, Schauspieler, Performer, Filmregisseure, Medienkünstler etc.), sondern auch der Körperlichkeit von Musik selbst über den Bewegungsaspekt näher zu kommen sucht. Insofern bilden hör- und sichtbare, aber auch kaum noch oder nicht mehr hör- und sichtbare Bewegungen einen idealen Bezugspunkt, um musik-, tanz-, theater-, film- und medienwissenschaftliche Analysemodelle einander gegenüberzustellen und auf ihr Potenzial zur Untersuchung des Zusammen-/Wechselspiels akustischer und optischen Bewegungen zu befragen. Das kann auf einer theoretischen (z.B. begriffsdefinitorischen) Ebene oder auf der Basis praktischer Beispiele (Inszenierungen oder praxisorientierter Forschungsarbeit) geschehen, wobei letztlich die implizite oder explizite Performativität von Musik im Zentrum der Überlegungen steht.Logo_Eye_250

In einem dreitägigen 'Gedankenmarathon' werden sich 46 Referenten der Herausforderung stellen, dieses Themenspektrum aus ihrer jeweiligen Perspektive zu beleuchten, um in Einzeldiskussionen und einer großen Abschlussrunde weiterführende Fragen und Forschungsausblicke zu formulieren.

Den Panels Hören und Bewegen, Hören als Bewegen, Hören und Sehen, Sehen als Hören, Musik/Film, Musik/Theater, transmediale Bewegungen, Bewegungs-/Klangräume, Körper und Darstellung, Grenzgänge und Übergänge, Denkbewegungen und Gedankengänge, Perzeption und Rezeption wird eine Eröffnungssektion vorangestellt, die sich Johann Sebastian Bachs Musik aus einer transmedialen und ebenso transdisziplinären Perspektive widmet: Ungeachtet der Tatsache, dass seine Kompositionen weder für eine theatrale Umsetzung intendiert waren, noch zwingend einer theatralen Umsetzung bedürfen, erstaunt es, wie häufig sie im Musik- und Tanztheater, in Performances, im Schauspiel und Film bis hin zu Computerspielen zum Einsatz kommen. Dieser Sachverhalt veranschaulicht – von einem Einzelphänomen ausgehend – die Symposionsthematik ebenso paradigmatisch wie symptomatisch: Was geschieht, wenn eine in erster Linie zum Hören konzipierte Musik mit sichtbaren Vorgängen kombiniert wird? Worin besteht die Theatralität bzw. Performativität einer gerade nicht szenisch konzipierten Musik? Wie lässt sich die von hör- und sichtbaren Bewegungen gekennzeichnete Intermedialität näher bestimmen? Welche spezifischen Hör- und Sehkonzepte lassen sich hieraus ableiten?

Wir freuen uns, als Referenten begrüßen zu dürfen:

Yvon Bonenfant/Winchester, Bettina Brandl-Risi/Berlin, Gabriele Brandstetter/Berlin, Christa Brüstle/Berlin, Claire Buisson/Nizza, Zachary Dunbar/London, Melanie Fritsch/Thurnau, Heiner Goebbels/Gießen, Martin Günther/Freiburg, Annette Hartmann/Bochum, Bernd Hoffmann/Köln, Sabine Huschka/Berlin, Stephanie Jordan/London, Jin Hyun Kim/Köln, Janina Klassen/Freiburg, Gabriele Klein/Hamburg, Kristina Köhler/Zürich, Konrad Landreh/Hamm, Silke Martin/Weimar, Helen Julia Minors/London, Andreas Münzmay/Bayreuth, Nina Noeske/Hannover, Sandra Noeth/Hamburg, Peter Petralia/Lancaster und Brooklyn, Tobias Plebuch/Berlin, Matthias Rebstock/Berlin, Ivana Rentsch/Zürich, Clemens Risi/Berlin, Janice Ross/Stanford, Martin Schläpfer/Düsseldorf, Steffen Schmidt/Zürich, Walter Siegfried/München, Gerald Siegmund/Gießen, Hanno Siepmann/Berlin, Marian Smith/Eugene, Jürg Stenzl/Salzburg, Christian Thorau/Frankfurt a.M., Matthias Tischer/Berlin, Hanna Walsdorf/Salzburg, Monika Woitas/Bochum, Isa Wortelkamp/Berlin, Lawrence Zbikowski/Chicago

Das Symposion wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Universitätsverein Bayreuth e.V.


Verantwortlich für die Redaktion: Jonas Christian Würdinger

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