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Call for Papers: „Komponistinnen für die Oper: Von der Entstehung zur Aufführung“
28. April 2026
Internationale Konferenz
18.–19. Mai 2027, Staatstheater Nürnberg
Forschungsinstitut für Musiktheater (fimt) der Universität Bayreuth
Technische Universität Dortmund
Hochschule für Musik Nürnberg
Staatstheater Nürnberg
Opern von Richard Wagner, Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini etc. dominieren die Spielpläne der Opernhäuser. Mit wenigen Ausnahmen werden Repertoirewerke von männlichen Komponisten wiederholt. Diese Repertoirepolitik spiegelt jedoch nicht die Tatsache wider, dass die Operngattung für Komponistinnen in der Vergangenheit von Interesse war und dass Frauen für das Repertoire geeignete und interessante Opern komponierten. Neuere Datenbanken und Publikationen, wie etwa 500 Operas by Women des US-amerikanischen Projekts Women’s Philharmonic Advocacy und Mary F. McVickers Handbuch Women Opera Composers (2016), machen anhand der dort zu findenden
Auflistungen deutlich, wie groß die Anzahl der von Frauen komponierten Opern ist.
Um diesen Opern den Weg auf Theaterbühnen zu ermöglichen, findet am 18.–19. Mai 2027 am Staatstheater Nürnberg die Konferenz Komponistinnen für die Oper im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des Forschungsinstituts für Musiktheater (fimt) der Universität Bayreuth statt. Sie wird vom fimt (Prof. Dr. Anno Mungen, M.A. Lidiia Krier) in Kooperation mit der Hochschule für Musik Nürnberg (Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann, M.A. Charlotte Müller), der Technischen Universität Dortmund (M.A. Rahel Schwarz) und dem Staatstheater Nürnberg (Johann Casimir Eule) veranstaltet.
Die Konferenz verfolgt das Ziel, Wissenschaft und Theaterpraxis zusammenzuführen, um Lösungsansätze für die dauerhafte Integration von Opern von Komponistinnen in Theaterspielpläne zu entwickeln, sowie einen Austausch über bereits gesammelte Erfahrungen zu ermöglichen. Im Mittelpunkt dieser Auseinandersetzung stehen historische Opernwerke von Komponistinnen, die zwischen 1800 und 1910 geboren wurden. Beiträge zu Werken aus anderen Epochen sind ebenfalls möglich.
Die Beiträge der Konferenz sollen im online-Magazin ACT. Zeitschrift für Musik & Performance (Open Access) voraussichtlich im Mai 2028 publiziert werden und zur weiteren Erforschung der Opernwerke von Komponistinnen anregen. Diese Publikation soll außerdem als Quelle für Regisseur*innen, Dramaturg*innen und Opernhäuser dienen, um die Integration weiterer Opernwerke von Komponistinnen in Spielpläne zu fördern.
Wir laden ein, Beiträge aus Forschung und Praxis zu den folgenden Aspekten einzureichen:
- Vorstellung einzelner Werke aus verschiedenen Epochen und Kulturen.
- Darstellung biographischer Aspekte rund um die Opernkomposition.
- Zusammenarbeit von Komponistinnen mit Librettist*innen und anderen Künstler*innen (Dynamiken der Zusammenarbeit zwischen Künstler*innen, Schriftsteller*innen, Sänger*innen, Dirigent*innen, Regisseur*innen etc.).
- Druckgeschichten der Werke (Verleger, Formate, Verbreitung).
- Quellenkritische Betrachtungen (Bestandaufnahmen zu einzelnen Werken und deren Aufführungen, Chancen und Herausforderungen der Quellenarbeit zum jeweiligen Werk etc.).
- Aufführungsgeschichten der Werke (Organisation der Ur- und Folgeaufführungen, Auswahl der Aufführungsorte, Kommunikation mit Theatern, Regisseur*innen und Künstler*innen).
- Inszenierungs- und Aufführungspraxis aus der Perspektive der Praxis heute (Berichte zu Produktionen und Projekten; Erfahrungen, Hürden und Herausforderungen bezüglich der heutigen Aufführung einer wiederentdeckten Oper einer Komponistin).
- Öffentliche Rezeption der Werke (gesellschaftliche Bedeutung des öffentlichen Auftritts der jeweiligen Komponistin und dessen öffentliche Diskussion, Reaktionen des Publikums und Kritiker*innen sowie ggf. anderer Komponist*innen).
- Vermittlung der Opern der Komponistinnen aus der dramaturgischen Praxis heute (z.B. über Programmhefte, Marketing, Presse).
Interdisziplinäre Beiträge, die Musikwissenschaft mit Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft, Gender Studies, Soziologie und weiteren verwandten Disziplinen verknüpfen, sind ausdrücklich willkommen. Ebenfalls eingeladen sind Bewerber*innen aus der Praxis, die aus der Perspektive von Theaterschaffenden über die Arbeit mit Opern von Komponistinnen berichten möchten. Einreichungen von Early-Career-Researchers sind ausdrücklich erwünscht.
Für Präsentationen sind 30-minütige Slots geplant, bestehend aus 20 Minuten Vortrag und 10 Minuten Diskussion. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Die Veranstaltung findet in Präsenz in Nürnberg statt, eine digitale Präsentation ist nicht möglich. Wir beabsichtigen, die Kosten für Unterkunft und Reise nach Nürnberg zu übernehmen. Wir bitten um Klärung, ob die Übernahme der Reisekosten aus den Herkunftsinstitutionen möglich ist.
Zur Teilnahme senden Sie bitte bis zum 14. Juni 2026 eine kurze Beschreibung Ihres Vortrags (max. 300 Wörter) sowie eine kurze Biographie (max. 150 Wörter) als PDF-Datei an Rahel Schwarz (rahel.schwarz@tudortmund.de).