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Kunst und Revolution. Ein Liederabend für Wilhelmine Schröder-Devrient (1804-1860)
16. März 2026
UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat 2020 zum Weltfrauentag gefordert, das 21. Jahrhundert zum Jahrhundert zur Gleichstellung von Frauen zu machen. Vieles geschieht in unserer Zeit zwar, aber vieles geschieht auch nicht. Die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern ist immer noch groß. Dass die Menschen an ihren Verhältnissen etwas ändern können, zeigen die von ihnen initiierten Revolutionen. Im 19. Jahrhundert versteht man den Begriff der Revolution nicht nur als politischen Begriff, sondern auch als privaten. Das Konzert „Revolution und Kunst“ geht dem nach, wie das eine mit dem andern zusammenhängt. Die Epoche bringt erste große emanzipatorische Bewegungen mit sich, denen sich die in ihrer Zeit berühmte Wilhelmine Schröder-Devrient verbunden fühlte. Sie war Opern-Superstar des 19. Jahrhunderts, erfand einen dramatisch-psychologischen Darstellungs- und Gesangsstil und setzte sich gegen herrschende Geschlechterrollen auf der Bühne und im Privaten ein.
Im Mai 1849 wurde sie in Dresden zur Protagonistin der dortigen Revolution. Schröder-Devrient war Zeit ihres Lebens nicht bereit, sich mit den herrschenden Verhältnissen zufriedenzugeben: nicht als Bürgerin, nicht als Sängerin, nicht als Frau. Der Abend spürt als Hybrid aus Liederabend und Lecture-Performance den revolutionären Ansätzen dieser außerordentlichen Künstlerin in Revolution und Kunst nach und denkt sie mit Musik von Robert Schumann, Clara Schumann, Richard Wagner, Johann Hoven, Ludwig Hartmann, Franz Schubert, Alexander von Zemlinsky und Georges Aperghis bis ins Heute weiter. Was können wir im 21. Jahrhundert von ihr lernen, für die Kunst, die Politik und die Revolution?
Sarah Wegener, Sopran
Götz Payer, Klavier
Anno Mungen, Konzept und Moderation
Dominik Frank, Dramaturgie und Staging
Köln, Philharmonie am 24.3.2026
Bayreuth, Steingraeber Haus am 25.7.2026
Essen, Philharmonie am 6.3.2027