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Leichte Muse im Wandel der Zeiten





Eine Tagung zum Forschungsprojekt
Inszenierung von Macht und Unterhaltung. Propaganda und Musiktheater in Nürnberg 1920-1950

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Leichte Muse im Wandel der Zeiten – so ist die Tagung überschrieben, die dem Werdegang dieser überaus vitalen und wandlungsfähigen Gattung des Musiktheaters im Wechsel von der Weimarer Republik zur NS-Zeit nachgeht.

Die Operette, im Berlin der 1920er-Jahre zur beschwingten, frivolen, verjazzten Großstadtunterhaltung gereift, begeisterte große Publikumsschichten – so auch in Nürnberg, wie die zahlreichen Titel in den Spielplänen belegen. Auch nach 1933 sollte weiterhin Operette in Nürnberg gespielt werden, aber unter deutlich anderen Vorzeichen. Unter Adolf Hitler, einem erklärten Liebhaber der Gattung, hatte die Operette neue Aufgaben zu erfüllen und musste sich anders gewanden: Die Stücke jüdischer Autoren und Komponisten wurden verboten und das Unterhaltungsgenre propagandistisch genutzt. Opernhaftes Operetten-Singen ersetzte den frechen Kabarett-Ton der 1920er Jahre, neue Stücke erschienen auf dem Spielplan. Kamen diese Veränderungen anfangs fast unbemerkt daher, so erfüllten sie doch in den schwerer werdenden Zeiten des Nationalsozialismus’ ihre Funktion: weg von Ironie, Witz und musikalischem Großstadtton hin zu eher restaurativer Atmosphäre und Weltenflucht.

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An der Tagung nehmen Wissenschaftler – so auch Kevin Clarke, einer der wichtigsten Spezialisten des Genres – sowie die Leiter und Mitarbeiter des Forschungsprojekts teil. Ergänzt wird das Programm durch ein Konzert, in dem Vergessenes, Unbekanntes und vermeintlich Bekanntes neu zu Gehör gebracht wird.

Das Forschungsprojekt des Forschungsinstituts für Musiktheater der Universität Bayreuth und des Staatstheaters untersucht die Geschichte und die politische Bedeutung der Nürnberger Oper in den Jahren 1920 bis 1950. Für 2017 ist eine Konferenz mit Historikern, Theaterwissenschaftlern, Kunsthistorikern und Musikwissenschaftlern im Staatstheater sowie 2018 eine Ausstellung im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Kooperation mit der Stadt Nürnberg geplant.

Tagungsband Leichte Muse im Wandel der Zeiten zum Download als PDF

12. Juni 2016, 11.00 Uhr, Gluck-Saal

Programm

11 Uhr Begrüßung

11.15 Uhr
Prof. Dr. Anno Mungen, Universität Bayreuth
Einführung zum Forschungsprojekt

11.30 Uhr
Prof. Dr. Nils Grosch, Universität Salzburg
Populäres Musiktheater im „Dritten Reich“: Paradigmen und Fragen der Forschung

12.15 Uhr
Daniel Reupke M.A., Universität Bayreuth
Quellen zur Operette am Nürnberger Stadttheater 1920 bis 1945: Eine Bestandsaufnahme.

13-14 Uhr Mittagspause

14 Uhr
Dr. Carolin Stahrenberg, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
„Zu 100% deutsch – zu 100% anders?“ Stichproben zu Kontinuitäten und Brüchen im populären Musiktheater der 1930er-Jahre

14.45 Uhr
Dr. Kevin Clarke, Operetta Research Center Amsterdam
„Ich reiß mir eine Wimper aus und stech' dich damit tot!“ – Die Entnazifizierung der 
NS-Operette zwischen 1945 und 2015

15.30 Uhr
Leise erklingen Glocken vom Campanile
Musikalisches Programm mit Hans Kittelmann (Tenor), Kurt Schober (Bariton) und Andreas Paetzold (Klavier)

16.15-17 Uhr
Abschlussdiskussion

Eintritt frei

Leitung Prof. Dr. Anno Mungen

Mit Dr. Kevin Clarke, Prof. Dr. Nils Grosch, Dr. Carolin Stahrenberg u. a.

Programm zum Download als PDF

 


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