Zum Menü Informationen für Zum Menü Informationen über Zum Inhalt der der Seite

„Feiern – Singen – Schunkeln. Karnevalsaufführungen vom Mittelalter bis heute“ erschienen

Cover Karneval

Der Band fokussiert das Phänomen Karneval aus musikwissenschaftlicher Sicht im Kontext relevanter anderer Disziplinen wie der Kunstgeschichte, der europäischen Ethnologie und der Theaterwissenschaft. Der Karneval in seiner kulturgeschichtlichen und aktuellen Bedeutung soll hierbei vor allem aus der Perspektive seiner performativen Dimensionen heraus betrachtet werden. [...] Die Titel gebenden Begriffe »Feiern«, »Singen« und »Schunkeln« verweisen auf diese wesentlichen performativen Anteile des Phänomens, die vom Stimmlich-Gesanglichen, vom Körperlichen aber auch vom Lautlichen geprägt sind. Das »Feiern« des Festes ist ohne seine Musik und die große persönliche Teilnahme des Einzelnen nicht denkbar; »Singen« und »Schunkeln« rekurrieren auf die große körperliche Teilhabe des Darstellers/Teilnehmers, an die sich wichtige generelle Themen des Karnevals wie Maskierung, Erotik, Rausch und soziale Aspekte etc. anschließen. Ein solches Phänomen bietet einer aufführungstheoretisch orientierten Musikwissenschaft zahlreiche Anknüpfungspunkte an aktuelle Forschungsfelder wie die Gender Studies, die Sozial- und Kulturgeschichte der Musik oder auch Fragen von Musik und Identität. (Aus der Einleitung)

Inhalt:

Interdisziplinäre Annäherungen

Gunther Hirschfelder: Karneval auf dem Weg in die Event-Gesellschaft: Funktionen, Konjunkturen und Transformationen traditioneller Brauchmuster

Matthias Warstat: Zum Verhältnis von Theater und Karneval. Handlungstheoretische Überlegungen

Richard Mailänder: Karneval in/trotz oder wegen der Kirche

Wolfgang Oelsner: Memento mori im Schunkelrhythmus. Abschieds- und Jenseitsvorstellungen im Karnevalslied

Formate

Melanie Fritsch: »Men scal nicht danzen in den vasten.« Zur Rolle des Tanzes in Fastnachtsbräuchen des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Sabine Schroyen: Spurensuche – Annäherungen an die Redoutenmusik des Düsseldorfer Künstlervereins »Malkasten«

Anja Dreschke: Obertöne und Unterschiede. Zu den Vereinshymnen der »Kölner Stämme«

Dominic Larue: »Janz ejal woher du och küss« – Der Kölner Karneval und die musikalische Inszenierung eines identitätsstiftenden Raumes

Musikpraxen

Saskia-Maria Woyke: Musiktheater, Musik und Stimmen im Karneval Roms und Venedigs jenseits des Dramma per musica

Cornelia Bartsch: O Ábre Alas! Chiquinha Gonzaga und der brasilianische Karneval

Günther Noll: Zu den Funktionen von Lied und Singen im Kölner Karneval

Astrid Reimers: Kölner Karnevalslieder im Fokus sehr bekannter Beispiele

Albert Richenhagen: Zwischen Maskerade und Selbsterkenntnis – Zwei Lieder vom rechten Maß

Oper

Christine Siegert: »Die Karawane zieht weiter« – Zur Oper im Karneval jenseits und diesseits der Alpen

Sebastian Hauck: Il Sant’Alessio. Theater und Karneval im Rom der Gegenreformation

Kordula Knaus: »La stagion del carnovale tutto il mondo fa cambiar?« Karneval in den Buffo-Opern von Carlo Goldoni und Baldassare Galuppi

Martina Grempler: »Ein Schauer geheimer Dämonie«. Zur Darstellung der düsteren Seiten des Karnevals im Musiktheater

Anno Mungen: Karnevalistisches Musiktheater im Kölner Opernhaus. Zu Aufführungen der Cäcilia Wolkenburg, Kölner Männer-Gesang-Verein

Erschienen im Verlag Königshausen & Neumann


Forschungsinstitut für Musiktheater · · Impressum