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Tagung „Hitler.Macht.Oper“

Flyer als PDF

Vom 2. bis 4. Juni 2017 findet im Gluck-Saal des Staatstheaters Nürnberg sowie im Kino des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände die Tagung Hitler.Macht.Oper statt.

Nürnberg, Stadt der Meistersinger, Stadt der Reichsparteitage, Stadt der Rassegesetze, Stadt der Nürnberger Prozesse, Stadt der Menschenrechte, kaum eine andere deutsche Stadt scheint derart schroffe Gegensätze so selbstverständlich in sich zu vereinen. Seit jeher war die mittelfränkische Metropole Schauplatz vielfältiger Wechselwirkungen zwischen Ästhetik, Urbanität und politischer Machtausübung. Gerade da die Oper im NS im Dienste staatlicher Propaganda stand und Hitler selbst bekennender Opernliebhaber war, beeinflussten sich künstlerische und politische Inszenierungsstrategien in der 'Führerstadt' Nürnberg häufig gegenseitig. Deren besondere städtische und kulturelle Topographie – mit Burg, Stadtmauer und Fachwerkhäusern, Zeppelinfeld, Großer Straße und Kongresshalle – bildete dabei eine idealtypische Kulisse für das Wechselspiel aus inszenierter Herrschaft und herrschaftlicher Inszenierung, und sie prägt Erscheinungsbild und Wahrnehmung der Stadt bis heute.

Die im Rahmen des Forschungsprojektes Inszenierung von Macht und Unterhaltung. Propaganda und Musiktheater in Nürnberg 1920-1950 stattfindende Tagung bringt dieses komplexe Spannungsfeld zur Sprache. Am Beispiel Nürnbergs zur Zeit des Nationalsozialismus werden aus interdisziplinärer Perspektive die vielfältigen Verflechtungen zwischen theatralem und städtischem Raum und ihrer Akteure untersucht. Die Beiträge von ausgewiesenen Experten der Geschichts-, Musik- und Theaterwissenschaften (unter anderem Wolfram Pyta, Christiane Plank-Baldauf und Hans Rudolf Vaget) beleuchten die Prozesse, die Opernhaus und Stadt gleichermaßen zum Darbietungs- und Erfahrungsraum machten. Im Hinblick auf eine Ausstellung zum Nürnberger Musiktheater in der NS-Zeit im Dokumentationszentrum 2018 wird in einem Roundtable-Gespräch zwischen Vertretern aus Kunst, Museum und Wissenschaft die Vermittlung ästhetischer und politischer Inszenierung als Weg zur Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in Nürnberg reflektiert.

Programm

Freitag, 2. Juni 2017, Staatstheater Nürnberg, Gluck-Saal

12 Uhr Begrüßung

  1. Ästhetik und Propaganda

12.30 Uhr Hans Rudolf Vaget, Northampton
Deutschland – Meistersingerland

13.15 Uhr Evelyn Annuß, Berlin
Der Telefunken-Meistersinger. Zur akustischen Führerinszenierung

14.15 Uhr Wolfram Pyta, Stuttgart/Ludwigsburg
Was lernte Hitler in der Oper?

15.00 Uhr Tobias Reichard, Thurnau
Nationalsozialismus als Gesamtkunstwerk – Aspekte eines Forschungsparadigmas

16.00 Uhr Manuela Jahrmärker, Thurnau
Benno von Arent und das 'deutsche Bühnenbild'

16.45 Uhr Thomas Kuchlbauer, Köln
Hitlers Hans Sachs: Der Schusterpoet in Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg und Albert Lortzings Hans Sachs am Opernhaus Nürnberg

 

Samstag, 3. Juni 2017, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Kino

9.45 Begrüßung

  1. Akteure und Propaganda

10.00 Uhr Dominik Frank, Thurnau
Die 'Reichsdramaturgie' und die Nürnberger Oper

10.45 Uhr Daniel Reupke, Thurnau
Netzwerk Theater – Wechselwirkungen von Kultur- und Personalpolitik in der NS-Zeit am Beispiel Nürnberg

  1. Inszenierung und Propaganda

14.30 Uhr Silvia Bier, Thurnau
Alles (nur) Theater? – Inszenierungsstrategien auf und abseits der Bühne des Nürnberger Stadttheaters

15.15 Uhr Anno Mungen, Thurnau
Wieland Wagners Tätigkeit für die Nürnberger Oper

16.15 Uhr Christiane Plank-Baldauf, München
Den Schrecken ausstellen, geht das? – Museumskonzepte zwischen Dokumentation, Vermittlung und unmittelbarem Erleben

17.00 Uhr Runder Tisch zu Museologie und Propaganda
Alexander Schmidt (Dokumentationszentrum, Nürnberg), Hermann Feuchter (Bühnenbildner, Kassel), Anno Mungen (Thurnau), Christiane Plank-Baldauf (Theaterwissenschaftlerin, München), Michael Schmidl (Vizepräsident ADBK, München)

 

Sonntag, 4. Juni 2017, Staatstheater Nürnberg, Gluck-Saal

09.15 Uhr Begrüßung

09.30 Uhr Jasmin Goll und Jane Ebah Ruweji-Neumann, Thurnau
Heimchen am Herd, Verführerin oder Weltretterin? – Frauenbilder und Frauenbiografien am Nürnberger Stadttheater 1920–1950.
Vorstellung des studentischen Unterprojekts der Mariann-Steegmann-Foundation

  1. Topographie und Propaganda

10.30 Uhr Martin Ott, Bayreuth/Bamberg
„Des deutschen Reiches Schatzkästlein“. Imagekonstruktionen Nürnbergs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

11.15 Uhr Sebastian Werr, München
Hitler als Theaterbaumeister

13.00 Uhr Stefan Heinz, Wittlich
Von der 'Akropolis' zur 'Dortmunder Baracke' – Die Pläne für ein Opernhaus in Luxemburg während der deutschen Besatzungszeit

13.45 Uhr Gerwin Strobl, Cardiff
Nürnberg ist nicht Weimar: Musiktheater und 'Reichsidee'  im Nationalsozialismus

14.30 Abschlussdiskussion

15.00 Ende

 

Der Eintritt ist frei.

In Kooperation mit dem Staatstheater Nürnberg und dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände – Museen der Stadt Nürnberg


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